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Sarah Kuttner 2004. Fernsehen

Container I: Sarah Kuttner – 2004

Shooting Star (das sollte man mal wörlich nehmen) bei Viva mit einer urkomischen bis total bekloppten Geschwätzshow. Dazu dann diese Handbewegung des Haare-aus-dem-Gesicht-Streichens. Man mag einwenden, zum Fernsehen gehören immer mindestens zwei. Ja, das lässt kaum sich leugnen. Schlimmer wirds, wenn drei oder vier dazu gehören.

Sarah Kuttner 2004. Fernsehen
Sarah Kuttner 2004. Fernsehen

Eines Nachts war dort zu Gast so ein Volltrottel names Ferris EmmSziieeh oder ähnlich, den man unter normalen Umständen nicht aus dem Heim lassen würde, aber da Viva selbst so eines führt wenn nicht sogar ist, traf Depp Zicke. Heraus kam nichts, weil auch nichts drin war. Komisch dann der Auftritt des Bernd Begemann in dieser Sendung, der durfte zwar nicht schwatzen dafür aber an Mikro und Gitarre hohe Kunst in Vollzug bringen. Ganz erstaunlich das, als Solomixer mit ungeheurem Distanzgefühl zum Mikrophon. „Verriss EmPi“ fand den Auftritt reichlich esoterisch, jedenfalls fläzte er sowas aus sich heraus, dieser Meister des Selbstbildes — und Bernd brüllte irgendwie bei abgedrehten Mikros noch: „Nenn‘ mich Kinderschänder, aber nenn‘ mich niemals esoterisch.“ Das war natürlich bitterlich gemeint aber alles in allem nur noch peinlich. Ein einfacher Schuss zwischen Augen hätte doch gereicht, Herr Begemann. Auch eine zwischen die eigenen Zähne in diesem Moment. Welcher Teufel hat ihn denn geritten in diesen Affenzoo zu gehen und dann noch zu glauben, dass ihm auch nur einer zuhört. Ach Bernd, du Blödmann.