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Die Dose, die wir sind. Foto: Hufner

[Ironie] Gernot Romann für mehr Auswahl im Rundfunk

“Wir nehmen die Wünsche der Hörer ernst und die waren eindeutig: Sie wollen mehr Auswahl”, so NDR Programmdirektor Gernot Romann. Und man kann es nachlesen online bei satzundkabel. Er meinte damit NDR2. Statt der aktuellen Hits spiele man dann eben noch die Hits der 80er und 90er Jahre. Kommt einem das nicht etwas bekannt vor? Privatsender, die genau so werben? Das also darf man dann unter Auswahl verstehen. Ich kann zwischen mindestens zwei Sendern wählen, die im Wesentlichen das Gleiche spielen. Wir wollen auf Parallelen zur Politik verzichten, zur deutschen wie zur amerikanischen.

Man unterscheidet sich aber auch gewaltig von den Privatfunkern: “Es ging uns nicht darum, mehr Musik aus diesen Dekaden zu spielen”, so NDR 2 Chef Torsten Engel, “aber, im Gegensatz zu anderen, nicht jeden Tag die gleichen Titel”, heißt es dort weiter. Auch das ist nachgerade sensationell. Wie freundlich auch und lieb gemeint. Hört, hört — oder besser hört weg.

Es ist ja nicht so, dass es etwa wenig Musik gäbe. Der Ausstoß der Plattenfirmen ist beträchtlich und sehr viele Perlen und Glanzstücke finden sich darunter. Aber, wer will die denn hören? Die kennt doch keiner. Und was der Bauer nicht kennt, das isst er eben auch nicht. Wie logisch, wie praktisch, wie schön. Überlassen wir die Programmgestaltung einfach der Werbewirtschaft. Die weiß, was wir hören wollen, sonst würde sie’s ja auch nicht bewerben. Das muss also gut und richtig sein.