musik|kultur|unrat
revolution. Foto: Hufner

Selfdestructing Kazaa

Der Heise-Newsticker berichtet über neuen Streit im Tauschbörsenkrieg: Kazaa vs. Lite: Google in der Schusslinie. Doch der Witz dabei ist ja, dass nicht die Suchmaschine Google in der Schusslinie ist, sondern das Google-Suchergebnis-Filter-Problem (auf ein Anwaltschreiben hin) verdeckt, dass man übersieht, wer die eigentlichen Nutznießer des Tauschbörsen-Problems ist: Der Hersteller der Struktur mit dem werbefinanzierten oder käuflichen User-Interface.

Dass nun Kazaa (Sharman Networks) gegen die gehackte Lite-Version vorgeht (ein “unbekannter Hacker hat das Programm von allen Spyware-Beigaben befreit und mit Zusatzmodulen zur Umgehung diverser Beschränkungen gespickt”, schreibt Heise), entbehrt nicht einer gewissen Absurdität. Man mag ja auf die Musikindustrie schimpfen, doch die dubiosen Nutznießer sollte man nicht, wie in so vielen Foren immer mit dem Heiligenschein der Robin-Hoods ummänteln. So ein Vorgehen der Firma Sharman Networks entstellt das Tauschbörsenproblem zur Kenntlichkeit. Dem ganzen wird die Krone dadurch aufgesetzt, dass man sich im Netzwerke von Kazaa dann die Software heruntertauschen kann, gegen die Kazaa vorgehen will. Verrückte Welt.