Turbo-Populismus

Bambi im Wald. Foto: Hufner

Gestern abend ein neues Wort gefunden und zumindest Google findet es sonst nicht. Auch dieses Wort passt gut in die aktuelle Lage: Turbo-Populismus Kritische Masse vom 5. Juni 2005. In bestimmten Momenten erfasst Turbopopulismus das Treiben von Bloggern, Politikern und „offiziellen“ Medien ganz prima. Usprünglich 5. Juni 2005. Beliebt immer wieder: Dazu gehört auch der Versuch, Verbrechen mit Dummheit zu bekämpfen.

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Was ziehen Sie vor Musik oder Wurstwaren?

Mensch und Flugzeug. Foto: Hufner

Oder etwa Flugzeuge? Hätte Erik Satie bereits gewusst, was wir heute alle wissen, dass der Unterschied zwischen Musik und Wurstwaren ein eher gradueller ist, hätte man sich viel ersparen können in dieser Welt, die gerade durch den Taschenrechner gezogen wird. Denn alles hat jetzt seinen Preis. Das Forum der Musik-Festivals hat erkannt: Man ist systemrelevant. Warum? Weil man 600 Festivals sein eigen nennt, weil man 400 Mio. Euro Umsatz generiert. Zum Vergleich: die Fleischindustrie kommt gerade mal auf 42,5 allerdings Mrd. Euro im Jahr. Der Umsatz im Schlachterei- und Fleischverarbeitungsgewerbe in Deutschland lag zuletzt bei rund 42,5 Milliarden Euro. Der Anteil der Fleischverarbeitung lag bei rund 22 Milliarden Euro, der Rest entfiel auf das Schlachtgewerbe. In der Fleischverarbeitung gab es […]

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Vertrauen und Validität

Schwer zu durchschauen. Foto: Hufner

Wenn der Staat die Systeme infiltriert und zwar auf eine Weise, die von neutraler Seite nicht nachvollziehbar ist, indem er zum Beispiel Spitzel in Organisationen einschleust, indem er zum Beispiel Trojaner auf fremden Computern platziert, indem er den Kommunikationsverkehr belauscht; so ein Staat kann da nicht (mehr) rechtsstaatlich agieren. Er hat die Staatssicherheit in die technischen Systeme gelegt, warum sollte er sie nicht auch in die zwischenmenschlichen Beziehungen ausweiten. Man könnte es vielleicht zurückdrehen: Nicht das Internet ist kaputt, sondern es sind diejenigen, die es durchherrschen.* Wenn aber die Informationen aus den Netzen nicht mehr als valide angesehen werden können, weil sie jederzeit manipulierbar sind, verschwindet der Kitt, der die Menschen zusammenhalten kann. Dann ist das Gerücht, der Verdacht größer […]

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Gewissen, das

Dei Maus auf der Flucht. Foto: Hufner

„Aber man gibt den Menschen kein gutes Gewissen, wenn man ihnen sagt, daß sie überhaupt keins zu haben brauchen.“ Helmuth Plessner, Grenzen der Gemeinschaft. Eine Kritik des sozialen Radikalismus (1924), in ders: Macht und menschliche Natur, Gesammelte Schriften V, Frankfurt am Main 1981, S. 30.  

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Kein Vermächtnis – Zum Rihm-Film von Victor Grandits

Kein Vermächtnis – Zum Rihm-Film von Victor Grandits. Foto: SWR

Letzte Woche kam der zweite Film von Victor Grandits über Wolfgang Rihm zur Ausstrahlung im Fernsehprogramm der SWR. Er trägt den Titel: „Das Vermächtnis“. Knappe 60 Minuten aus dem aktuellen Treiben des Komponisten. Der Komponist am See, der Komponist zuhause, der Komponist auf einem Festival und im Kompositionsunterricht. Irgendwann der Komponist auch mal beim Arzt. Aha! Seine Frau spricht über dessen Erkrankung und seine Arbeit. Es wird über das Sein und das Sagen gesprochen. Anfang, Dauer, Ende. Und dann fragt man sich: Habe ich etwas verpasst, ist der Wolfgang Rihm denn schon gestorben? Um welches Vermächtnis geht es hier eigentlich. Der Film wird eingeleitet von einer wabernden Musiksauce, die nicht von Rihm selbst stammt. Zwischentitel, die wie bei Zukunftsthrillern herumzucken. […]

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Zustand der Soziologie (nach Amazon-Verkaufsrang)

Verkaufsrang Soziologie 27.1.2020 bei Amazon

Ich weiß zwar gerade auch nicht mehr, was Soziologie ist, aber wenn ich den Verkaufsrängen bei den Amazon-Büchern folge, die dort für diese Rubrik ausgegeben werden, gehe ich davon aus, dass es sich um eine Lifestyle-Sache handelt. Oder präziser Kurz-vor-Die-Style. Oma, Opa, Ruhestand. Gleich vier Einträge. Sarrazin wird hier ebenfalls als Soziologie verstanden. Ein Buch, das seinem Autoren wahrscheinlich eine Vierstundenwoche ermöglichen sollte. Mein Tipp für Thilos nächstes Buch: „Deutschland geht in‘ Ruhestand“

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Die Perücke in der Suppe

Jetzt sind die ersten neun Tage des Jahres 2020 bereits herum. Gut. Wenn man den Empörungswellen auf Twitter so folgt, kann und muss das alles noch verdichtet werden. Es erinnert mich ein bisschen an meine Schulzeit, wenn es in der Klasse sekündlich lauter und lauter geworden ist. Den Grund (oder die Gründe) weiß man ja schon gar nicht mehr. Aber es war alles sofort total wichtig. Dabei war das meiste davon einfach ziellos in die Gegend gebrüllt. Ich erinnere mich aber auch noch gut daran, dass sehr genau beobachtet worden ist, wie die Lehrerinnen und Lehrer den Versuch unternommen haben, das zu beenden. Oder zu steuern. Gegenbrüllen! Schweigen! Leise Reden! Rausgehen? Aber ich erinnere mich nicht, was geholfen hat – […]

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Nähe und Distanz | Moment und Dauer | Technik und Sinn

Ein Mensch hört einem Musiker zu.

In seinem Beitrag für die September-Ausgabe der nmz geht unser Autor Hans-Jürgen Schaal der Frage nach, wie die Art und Weise der Musikdarbietung durch technische Hilfsmittel die Art und Weise des insgesamt Hörens verändert. Welche Folgen hat das Streaming von Musik für das Hören von Musik. „Die Wahrnehmung von Musik wird zunehmend atomisiert – sie schrumpft auf Moment-Erfahrungen.“ Eine Momentkultur entsteht. Vor vier Jahren habe ich darauf bereits in einem Artikel mit dem Titel: Das Geschäft mit der Flüchtigkeit hingewiesen. Das erinnert ein bisschen an die Zeit, als um die Jahrhundertwende (vom 19. zum 20. Jahrhundert) die Großstädte ins Visier der soziologischen Betrachtung fielen. Das Gedränge auf der einen Seite, die auf der anderen Seite eine Distanzierung zur Folge hatte. […]

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Enzyklopädie der Neuen Musik: „Polychronia“ bis „öáíôáóßá – lass die Moleküle rasen“

Die Werke der Kalenderwoche 39/2019. Speziell … Violakonzert Fünf Romanzen Chagall-Zyklus I Ieratiki Poiisi Tetragrammaton Polychronia Klezmer-Suite Sellanraa Saudade B-A-C-H Belsazar Der Spinnerin Nachtlied öáíôáóßá – lass die Moleküle rasen A Blurring Cloud – Geschöpfe der Fahrt schlafen, träumen, singen ohne Ufer, eine Einladung Zwei Herren aus Verona Falstaffiade Kleine Suite nach alter Art Eine kleine Streicherserenade The Cycle of Time Stadt (Land Fluss) Orchester-Divertimento Hubertusmesse Symphonie „Drones of druids on celtic ruins“ Suite populaire Mobile Trifolium Non piu infelice Night Music Klavierstück IX Gustav Mahler Rituals Das Konzert Sehnsucht Adjacent rooms II Cancro Cinq miniatures

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Enzyklopädie der Neuen Musik: „Tautochronie“ & „Mensch und Maschine“

Störung auf einer Website.

Eine neue Woche mit Neuer Musik im Radio. Hier Kalenderwoche 38 (16. bis 22. September) 2019. Ein Titel stammt dabei aus meiner Feder „op.3 g für Violine und Tonband“ wars glaube ich. Da ich aber vollständig chronophob (oder war es phonophob, Herr Doktor?) bin, traue ich mich auch nicht zu fragen, ob das wohl jemand errät. Heute vor einem Jahr starb übrigens Paul Virilio, falls sich noch jemand für Dromologie interessieren sollte. Amadé | Natur/Ton/Tanz | Tautochronie | Linie und Block | small difference | Klingende Zeit | Feld | Monologe | Angel of Dusk | Alt-Nürnberg | Psalmenkantate | chordis canam | Vision | Alfabet | Atlas I: In principio | Artefacts #2 | Ekstasis | Aggression | Anatolia […]

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